Welche Dämmwerte gibt es?
Wer ein Haus baut, oder Wohnraum saniert, muss sich mit dem Thema Dämmung auseinandersetzen. Je älter die Bausubstanz, umso schlechter ist meist die Dämmung. Dämmung bezeichnet die Isolationsschicht, mit der man den warmen Innenraum von der kalten Außenluft trennt. Im einfachsten Fall ist die Ziegelmauer für die Dämmung verantwortlich. Überwiegend sind aber auch alte Ziegelbauten mit einer Fassade versehen. Der Fassadenputz verstärkt die Wirkung der Dämmung. Schon alleine dadurch, dass die Außenwände dicker werden, wird weniger Kälte von außen nach innen geleitet. Möchte man die Dämmung weiter verbessern und möglichst effizient verhindern, dass Kälte, oder große Hitze unmittelbar auf den Innenraum wirken, dann steht eine große Anzahl an Dämmstoffen zur Auswahl. Um entscheiden zu können, welcher Dämmstoff, wie effizient isoliert, werden jeweils Dämmwerte angegeben. Sie machen verschiedene Materialien vergleichbar und ermöglichen so, eine fundierte Entscheidung für ein bestimmtes Material. Aber welche Dämmwerte gibt es und welche davon sollte man sich genauer ansehen? Hier unsere Antwort auf diese Frage und eine Erklärung der wichtigsten Dämmwerte, auf die man bei der Entscheidung für Dämmmaterial achten muss.
Physik
Ob ein Material Wärme weitergibt, oder nicht, kann die Physik erklären. Verschiedene Faktoren, wie etwas die Dichte des Materials, sind dafür entscheidend. Unsere Erfahrung sagt uns, dass eine Wand aus Stahl viel Wärme, aber auch Kälte speichert und sie an den Innenraum abgibt und eine Wand aus Strohballen für weniger Wärmeaustausch zwischen den beiden Seiten sorgt. Trotzdem ist vielleicht nicht gleich ersichtlich, welcher der beiden potenziellen Baustoffe besser dämmt. Bei so gegensätzlichen Materialien ist die Entscheidung noch vergleichsweise leicht zu treffen. Schwieriger wird es, wenn man Styropor mit Glasfaserplatten, oder Holz mit Kunststoffelementen vergleichen möchte. In so einem Fall greift man auf die angegeben Dämmwerte zurück, um die Stoffe vergleichbar zu machen. Die vier wichtigsten Werte haben wir, gereiht nach ihrer Aussagekraft und Relevanz gereiht, zusammengetragen. Hier die Antwort auf die Frage: Welche Dämmwerte gibt es?
Wärmeleitfähigkeit
Der erste und gleichzeitig wichtigste Dämmwert ist die Angabe der Wärmeleitfähigkeit. Die Wärmeleitfähigkeit wird mit dem griechischen Buchstaben Lambda (λ) bezeichnet. Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel:
λ = W / (mk)
Wärmeleitfähigkeit Lambda für 1 m² Material in 1 Sekunde = Watt pro 1 Meter Dicke bei 1 Kelvin Temperaturdifferenz
Die Formel für die Wärmeleitfähigkeit
Konkret gibt die Wärmeleitfähigkeit an, welche Energie durch eine 1 Meter dicke Schicht des Dämmstoffs pro Quadratmeter an die andere Seite abgegeben wird, wenn zwischen den beiden Seiten eine Temperaturdifferenz von 1° Celsius besteht. Durch die Angabe pro Meter, also für eine 1 Meter dicke Schicht, wird die Wärmeleitfähigkeit vergleichbar. So kann man ganz unterschiedliche Materialien, wie etwa Stahl und Strohballen, leicht miteinander vergleichen. Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit ist, umso weniger Wärmeaustausch findet statt. Das spart Heizkosten im Winter und sorgt im Sommer für angenehm kühle Innenräume.
Wärmedurchgangskoeffizient
Der Wärmedurchgangskoeffizient wird mit dem Buchstaben U bezeichnet. Daher wird er auch oft als U-Wert bezeichnet. Der U-Wert ist eigentlich genau dasselbe, wie die Wärmeleitfähigkeit. Allerdings wird der Wärmedurchgangskoeffizient für die tatsächliche Dicke des Materials berechnet. So liegt der Wert auch umso niedriger, je dicker das Material zum Einsatz kommt.
U = W/(m²K)
Wärmedurchgangskoeffizient für 1 m² Dämmung in 1 Sekunde = Watt pro Kelvin
Formel für den Wärmedurchgangskoeffizient
In der Praxis wird der Wärmedurchgangskoeffizient nicht gemessen, sondern anhand der eingesetzten Materialien berechnet. Da die effektive Dicke der verschiedenen Materialien berücksichtigt wird, kann man über die gesamte Außenwand den Verlust an Heizenergie berechnen. Das ermöglicht es, das Einsparungspotential genau zu ermitteln und so die Kosten für eine zusätzliche Dämmung zu bewerten. Allerdings darf man bei der Berechnung auch den Umweltfaktor nicht außer Acht lassen. Je effektiver die Dämmung ist, umso weniger Energie wird verschwendet. Ein gutes Beispiel für die Beeinflussung des Wärmedurchgangskoeffizient, sind mehrfach verglaste Fenster. Anbieter, wie www.akkurat-glas.de, betonen die Energieeinsparung bei der Nutzung von mehrfach verglasten Fenstern. Der dämmende Effekt entsteht durch die Hohlräume zwischen den Scheiben. Dort wird ein Vakuum angelegt, das den Wärmedurchgangskoeffizient deutlich senkt und den Verlust an Heizwärme massiv reduziert.
Rohdichte
Die Rohdichte gibt an, wie schwer ein Stoff pro m³ ist. Damit kann eine Aussage über die Dichte getroffen werden. Je dichter ein Material ist, desto besser kann es Wärme leiten. Stahl stellt beispielsweise eine effiziente Wärmebrücke dar. Die Strohballen aus dem Beispiel sind wesentlich leichter, also deutlich weniger dicht. Da sie mehr Hohlräume aufweisen, leiten sie auch Wärme sehr schlecht und haben einen hohen Dämmwert.
p = kg/m³
Die Rohdichte p = Gewicht in Kilogramm pro Kubikmeter
Formel für die Rohdichte
Kennt man also das spezifische Gewicht eines Stoffes, dann kann man auch erahnen, wie gut er als Dämmmaterial geeignet ist. Je niedriger die Rohdichte ist, umso besser dämmt der Stoff.
Spezifische Wärmekapazität
Die spezifische Wärmekapazität beschreibt, wie viel Wärmeenergie ein Dämmstoff aufnehmen kann. Das macht ihn mitunter interessant, für die Dämmung der Außenfassade. Die spezifische Wärmekapazität wirkt in erster Linie bei großer Hitze. Ein Stoff mit der Fähigkeit viel Energie zu speichern, nimmt direkte Sonneneinstrahlung auf und speichert sie. Später, wenn es kühler wird, gibt der Dämmstoff die gespeicherte Wärme wieder an die Umgebung ab.
c = J/kg
Spezifische Wärmekapazität c = Energie in Joule pro Kilogramm
Formel für die spezifische Wärmelkapazität
Dämmstoffe mit einer hohen spezifischen Wärmekapazität sorgen für ein kühles Heim und verhindern, dass sich der Innenraum rasch unter direkter Sonneneinstrahlung aufheizt. Zusammen mit einem effizienten Sonnenschutz vor den mehrfach verglasten Fenstern ergibt sich damit eine angenehme Temperatur.
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