Die Rückstauklappe im Regenwasserkanal

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Im Allgemeinen macht man sich wenig Gedanken darüber, was mit unserem Abwasser geschieht. Pro Person werden mehr als 100 Liter Wasser pro Tag verwendet und landen Großteils im Kanal. Dort verschwinden sie und werden in der örtlichen Kläranlage gereinigt. Später wird es meist in einen Fluss abgeleitet und so dem Wasserkreislauf wieder zugeführt. Mit dem Wasser gelangen Fäkalien und verschiedene Reinigungsmittel in die Kanalisation und werden dort langsam bis zur Wasseraufbereitung transportiert. Neben dem Wasser, das wir aus der Wasserleitung entnehmen gibt es aber noch eine zweite Quelle für Abwasser. Pro Monat regnet es zwischen 50 und 80 Liter pro Quadratmeter. Auch der Regen gelangt meist in die Kanalisation. Sammelt man das Regenwasser in einem Behälter mit Überlauf, dann ist eine Rückstauklappe im Regenwasserkanal eine gute und wichtige Investition.

Rückstau

Das Prinzip der kommunizierenden Gefäße ist faszinierend. Verbindet man mehrere Gefäße miteinander und füllt eines davon mit einer Flüssigkeit, dann steigt diese Flüssikeit in allen verbundenen Gefäßen auf dieselbe Höhe. Dabei ist es unerheblich, welchen Querschnitt die einzelnen Gefäße haben. Als Heimwerker kann man sich dieses physikalische Prinzip zunutze machen. Verbindet man beispielsweise mehrere Regentonnen mit einem Gartenschlauch, dann sorgt es dafür, dass sich das gesammelte Wasser in allen Tonnen gleich verteilt. Voraussetzung ist allerdings, dass alle Regentonnen auf der selben Höhe stehen. Geht es um Abwasser, wird das Prinzip der kommunizierenden Gefäße rasch unangenehm. Mit dem, was da im Kanal schwimmt, will man nicht unbedingt kommunizieren.

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Was man in der Toilette herunterspült möchte man eigentlich nicht wiedersehen. Eine Rückstausicherung kann ein solches Wiedersehen verhindern

Rückstauebene

Auf der Straße finden sich in regelmäßigen Abständen Kanalgitter. Abflüsse, durch die das Regenwasser, das auf der Straße landet, in den Kanal abfließen kann. Normalerweise stellt Regen keine Herausforderung für das Kanalnetz dar. Die Kommunen kennen die zu erwartende Regenmenge und haben die Dimensionen der Rohre entsprechend angepasst. In Ausnahmefällen kommt es aber zu Starkregenereignissen, die einen Kanal an seine Grenzen bringen. Pro Minute regnet es pro Quadratmeter einen Liter Wasser, oder mehr. Die plötzlichen Wassermengen können im Kanal nicht rasch genug abfließen und es kommt zu einem Rückstau. Die Wassersäule steigt im Kanal bis auf die Höhe der Kanalgitter. Hier verteilt sich das Wasser dann auf der Straße, bis der Kanal es wieder aufnehmen kann.

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Die Kanalgitter nehmen normale Regenmengen problemlos auf. Steigt das Wasser über dieses Niveau, die sogenannte Rückstauebene, dann kann es über das Kanalsystem in Häuser eindringen

Überschwemmung

Auch ein solcher Regen ist normalerweise kein Problem. Zumindest nicht, wenn man über der Rückstauebene lebt. Hat man einen Keller und gibt es in diesem Keller Sanitärinstallationen, dann bilden die Kanalrohre, die zu den Abflüssen führen, ein kommunizierendes Gefäß mit dem Sammelkanal auf der Straße. Das ist unangenehm, denn auch wenn die Kanalrohre mit dem Regen gespült werden, ist das Wasser meist stark mit Fäkalien und anderen Rückständen des Abwassers verunreinigt. Steigt das Wasser auf der Straße, dann steigt es auch im Rohrsystem des Kanals bis es schließlich aus Duschen, Waschbecken und Toilettenbecken läuft. Um das zu verhindern, muss jedes Haus mit einer Rückstausicherung ausgestattet sein. Dazu gibt es zwei Varianten.

Hebeanlage und Rückstauschleife

Eine recht einfache Variante ist es, eine Schleife in das Kanalrohr einzuziehen. Ein einfacher Bogen, der an der obersten Stelle über der Rückstauebene liegt, sorgt effizient dafür, dass das Wasser nicht ins Haus gelangt. Allerdings gelangt das Wasser auch nicht aus dem Haus, solange es die Höhe der Rückstauschleife noch nicht erreicht hat. Damit es abfließen kann, braucht man daher eine Hebeanlage. Das Abwasser wird in einem tiefliegenden Sumpf gesammelt und von dort mit einer Pumpe über die Rückstauschleife gepumpt. Allerdings muss nicht das gesamte Abwasser über die Hebeanlage laufen. Die Teile, die über der Rückstauebene liegen, werden direkt in den Kanal geleitet. Die Rückstauschleife schützt nur den Bereich des Hauses, der tiefer liegt und Gefahr läuft, überschwemmt zu werden. Auch das Regenwasser wird direkt in den Kanal geleitet und mündet nach der Rückstauschleife in das Rohr.

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Wir verbrauchen Tag für Tag etwa 130 Liter Wasser pro Person. Das Wasser fließt zu einem großen Teil in das Kanalsystem. Damit kein Wasser wieder ins Haus zurückfließen kann, ist eine Rückstauklappe notwendig

Rückstauklappe

Wie die Rückstauschleife wird auch die Rückstauklappe als Schutz der tiefliegenden Gebäudeteile eingesetzt. Die Rückstauklappe ist eine relativ einfache Konstruktion, die mit einer Klappe verhindert, dass das Abwasser vom Kanal ins Haus fließt. In die andere Richtung öffnet sich die Klappe, kommt Wasser zurück, dann drückt es die Klappe zu und verschließt sie fest. Bei Fäkalwasser muss die Rückstauklappe aber elektrisch betrieben werden. Sinnvoll sind hier Modelle, die über einen Akku verfügen. Der elektrische Antrieb sorgt dafür dass die Klappe auch dann schließt, wenn feste Bestandteile im Weg sind. In beiden Fällen, also sowohl bei der Rückstauschleife, wie auch bei der Rückstauklappe, braucht man eine Belüftung. Ein Rohr, das bis zu, Dach geführt wird und bei einem Rückstau dafür sorgt, dass die Luft entweichen kann.

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Starkregen mit 10 Litern pro Quadratmeter in nur 10 Minuten, kann das Kanalsystem überfordern. Das Wasser steigt und überschwemmt Keller, die nicht mit einem Rückstauschutz gesichert sind

Regenwasser

Manche Kommunen verfügen über zwei getrennte Kanalsysteme. Eines für das Schmutzwasser und ein zweites für das Regenwasser. Oft wird das Regenwasser auch in einen Graben geleitet und versickert dort, oder fließt ab. Für das saubere Regenwasser gibt es einfache mechanische Rückstauklappen. Zu den verschiedenen Varianten dieser Klappen gibt es hier weitere Informationen. Die Funktion ist genauso, wie bei den Rückstauklappen im Fäkalwasser. Das Regenwasser kann abfließen, ein Rücklauf wir aber verhindert. Der Einsatz dieser Rückstauklappen erfolgt etwa um den Revisionsschacht vor Überflutung mit Schmutzwasser zu schützen. Endet der Regenwasserkanal in einem Böschungsstück, kann auch hier eine spezielle Rücklaufklappe im Regenwasserkanal das Hochsteigen des Abwassers in die Rohre verhindern.

Zisternen

Besonders wichtig ist die Rücklaufklappe im Regenwasserkanal dann, wenn das Regenwasser zuerst in einer Zisterne gesammelt wird. Das Wasser läuft über die Regenrinne in die Zisterne und füllt diese. Ist die Zisterne voll, läuft es durch den Überlaug in den Regenwasserkanal, der im Sammelkanal vor dem Haus mündet. Das Wasser in der Zisterne soll für das Gießen verwendet werden, muss also möglichst sauber sein. Da ein solcher Regenwasserspeicher unter der Erde sitzt, befindet sich auch der Überlauf normalerweise unter der Rückstauebene. Kommt es zu einer Überschwemmung steigt das Wasser auch durch das Rohr, das vom Überlauf in den Kanal führt, hoch. Das Abwasser verschmutzt dann das gesammelte Regenwasser und man steht vor dem großen Problem, die Zisterne reinigen zu müssen. Eine Rückstauklappe im Regenwasserkanal kann dieses Aufsteigen des Wassers effizient verhindern.

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Schematische Darstellung des Kanalsystems mit Zisterne und Rückstauklappe in Schmutzwasser- und Regenwasserkanal

Schutz der Gesundheit

In jedem Fall kann man davon ausgehen, dass bei einem Rückstau aus dem Kanal stark verschmutztes Abwasser ins eigene Haus fließt. Ein Szenario, das nicht nur Schäden anrichtet, sondern auch gesundheitsgefährdend ist. Liegt das eigene Haus teilweise unter der Rückstauebene, muss man daher unbedingt einen Rückstauschutz einbauen. Damit verhindert man nicht nur, dass Abwasser aus dem Kanal ins Haus gelangt, sondern baut auch eine Barriere für unerwünschte Besucher, wie Ratten, ein. Besondere Vorsicht ist dann geboten, wenn man an einem Hügel lebt. Auch wenn die Straße vor dem Haus unter dem Niveau aller Abflüsse liegt, kann es weiter oben zu einem Stau kommen. So kann man auch in diesem Fall von einer Rückstausicherung profitieren. Die Investition ist überschaubar und der Einbau sehr einfach. Dagegen bieten die verschiedenen Maßnahmen einen zuverlässigen Schutz vor Überschwemmungen im Keller und dürfen daher in keinem Haus fehlen.

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