SEO-Titel: Wand streichen ohne Streifen: So gelingt der Anstrich
Nach dem Streichen folgt manchmal eine unangenehme Überraschung. Solange die Wand noch feucht ist, scheint die Farbe gleichmäßig verteilt zu sein. Einige Stunden später werden jedoch Streifen, unterschiedlich helle Flächen oder sichtbare Übergänge erkennbar. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Farbe minderwertig war. Häufig entstehen solche Fehler durch einen ungleichmäßig saugenden Untergrund, zu wenig Farbe auf der Rolle, lange Arbeitsunterbrechungen oder eine ungeeignete Streichtechnik. Wer die Wand sorgfältig vorbereitet und beim Rollen zügig arbeitet, kann viele dieser Probleme vermeiden.
Die Wand erst nach vollständiger Trocknung beurteilen
Frische Wandfarbe wirkt während des Trocknens fast immer ungleichmäßig. Dünnere Bereiche trocknen schneller und erscheinen dadurch früher heller, während stärker aufgetragene Stellen noch dunkel und glänzend wirken. Das endgültige Ergebnis lässt sich deshalb erst nach der auf dem Farbeimer angegebenen Trocknungszeit beurteilen. Je nach Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Untergrund kann dies mehrere Stunden dauern. Wer feuchte Stellen sofort nachrollt, erzeugt häufig erst die sichtbaren Ansätze, die eigentlich vermieden werden sollten.
Warum beim Streichen Streifen entstehen
Streifen bilden sich meist dann, wenn auf benachbarten Flächen unterschiedlich viel Farbe aufgetragen wurde. Auch verschiedene Trocknungszeiten innerhalb einer Wand können sichtbar bleiben. Wird ein bereits antrocknender Abschnitt erneut bearbeitet, verändert sich dort die Oberflächenstruktur. Das einfallende Licht wird anschließend anders reflektiert. Besonders auffällig sind solche Unterschiede bei seitlichem Sonnenlicht, dunklen Farbtönen und glatten Wänden. Eine gleichmäßige Schichtdicke und das Arbeiten auf einer durchgehend feuchten Fläche sind deshalb entscheidend.
Der Untergrund beeinflusst das Ergebnis
Selbst die beste Farbe kann auf einer schlecht vorbereiteten Wand fleckig erscheinen. Stark saugende Stellen entziehen der Farbe schneller Wasser als dichte oder bereits beschichtete Bereiche. Spachtelstellen, neue Putzflächen und alte Farbschichten können innerhalb derselben Wand sehr unterschiedlich reagieren. Auch Staub, Fett und lose Altanstriche beeinträchtigen die Haftung. Vor dem Streichen muss deshalb geprüft werden, ob die Wand sauber, trocken, tragfähig und möglichst gleichmäßig saugfähig ist.
Alte Farbe auf ihre Festigkeit prüfen
Eine vorhandene Wandfarbe darf nicht kreiden, blättern oder sich beim Darüberreiben lösen. Ein einfacher Test gelingt mit der flachen Hand oder einem dunklen Tuch. Bleibt deutlich heller Staub zurück, muss die Oberfläche gereinigt und gegebenenfalls grundiert werden. Für eine zusätzliche Haftungsprüfung kann ein Stück starkes Klebeband auf die Wand gedrückt und wieder abgezogen werden. Bleiben größere Farbstücke daran hängen, ist der Altanstrich nicht ausreichend tragfähig und muss bearbeitet oder entfernt werden.
Staub und Spinnweben vollständig entfernen
Vor dem Abkleben und Streichen wird die Wand gründlich abgestaubt. Besonders in Ecken, hinter Heizkörpern und entlang der Decke sammeln sich feine Ablagerungen und Spinnweben. Sie verbinden sich mit der frischen Farbe und hinterlassen sichtbare Strukturen. Eine weiche Bürste, ein Staubwedel oder ein Staubsauger mit geeignetem Aufsatz erleichtert die Reinigung. Starke Verschmutzungen werden mit einem zur Wand geeigneten Reinigungsmittel entfernt. Anschließend muss die Oberfläche vollständig trocknen.
Fettige Stellen benötigen eine besondere Reinigung
In Küchen, Essbereichen und rund um Lichtschalter lagern sich häufig Fett und Hautrückstände ab. Wandfarbe haftet auf solchen Stellen nur unzuverlässig. Die betroffenen Bereiche werden mit einem geeigneten Reiniger vorsichtig gesäubert und anschließend mit klarem Wasser nachgewischt, sofern das verwendete Mittel dies verlangt. Reinigungsrückstände dürfen nicht auf der Wand bleiben. Bei empfindlicher Tapete oder unbekannter Beschichtung sollte die Reinigung zunächst an einer unauffälligen Stelle getestet werden.
Kleine Löcher und Risse vorher ausbessern
Bohrlöcher, Dübellöcher und feine Risse werden vor dem Anstrich geschlossen. Dazu wird lose Substanz entfernt und eine für den Untergrund geeignete Spachtelmasse verwendet. Tiefe Löcher sollten nicht mit einer einzigen dicken Schicht gefüllt werden, wenn das Produkt dafür nicht vorgesehen ist. Nach dem Trocknen werden die Stellen eben geschliffen und sorgfältig entstaubt. Bleiben Spachtelränder stehen, zeichnen sie sich nach dem Streichen oft deutlicher ab als zuvor.
Spachtelstellen können Farbe stärker aufsaugen
Getrocknete Spachtelmasse verhält sich häufig anders als die umgebende Altbeschichtung. Wird direkt darübergestrichen, können matte oder hellere Flecken entstehen. Größere Reparaturstellen sollten deshalb mit einer passenden Grundierung vorbereitet werden. Bei vielen ausgebesserten Bereichen kann es sinnvoll sein, die gesamte Wand zu grundieren, damit ein gleichmäßiger Untergrund entsteht. Die Grundierung wird nicht wahllos verwendet, sondern passend zur Saugfähigkeit und zum vorhandenen Material ausgewählt.
Mit dem Wischtest die Saugfähigkeit prüfen
Ein leicht angefeuchteter Schwamm oder eine Bürste kann zeigen, wie schnell die Wand Wasser aufnimmt. Zieht die Feuchtigkeit sofort ein und wird die Stelle deutlich dunkel, ist der Untergrund stark saugend. Perlt das Wasser ab, ist die Oberfläche dagegen sehr dicht oder möglicherweise mit einer nicht saugenden Beschichtung versehen. Unterschiedliches Verhalten innerhalb derselben Wand deutet auf eine ungleichmäßige Saugfähigkeit hin. Genau diese Unterschiede können später zu einem fleckigen Farbbild führen.
Grundierung nicht automatisch auf jede Wand auftragen
Tiefgrund ist sinnvoll, wenn mineralische Untergründe stark saugen, sanden oder kreiden. Auf einem stabilen, gleichmäßig saugenden Altanstrich ist er häufig nicht erforderlich. Eine ungeeignete oder zu reichlich aufgetragene Grundierung kann eine glänzende, sehr dichte Oberfläche erzeugen, auf der Farbe schlecht haftet. Das Produkt muss daher zum Untergrund passen und entsprechend der Anleitung verarbeitet werden. Pfützen und Läufer werden vermieden.
Nikotin- und Wasserflecken können durchschlagen
Bestimmte Verfärbungen lassen sich mit normaler Wandfarbe nicht dauerhaft überdecken. Nikotin, Ruß, Rost und getrocknete Wasserflecken können durch den neuen Anstrich wandern und nach einiger Zeit wieder sichtbar werden. Solche Bereiche benötigen häufig eine geeignete Isolier- oder Sperrgrundierung. Vorher muss allerdings die Ursache geklärt werden. Eine noch feuchte Wand darf nicht einfach überstrichen werden. Bei unbekannten Wasserflecken muss zuerst geprüft werden, ob ein Leck oder ein anderer Feuchtigkeitsschaden vorliegt.
Schimmel nicht überstreichen
Schwarze oder grünliche Flecken werden nicht einfach unter neuer Farbe verborgen. Zunächst muss geklärt werden, warum die Wand feucht ist und wie groß der Befall tatsächlich ist. Kleinere oberflächliche Stellen können je nach Ursache und Untergrund möglicherweise selbst behandelt werden. Bei größerem, wiederkehrendem oder tief sitzendem Befall sollte fachkundiger Rat eingeholt werden. Ein neuer Farbanstrich beseitigt weder Feuchtigkeit noch Schimmelursachen und kann das Problem lediglich vorübergehend verdecken.
Die richtige Farbe für den Raum auswählen
Für normale Wohn- und Schlafräume wird häufig Dispersionsfarbe verwendet. In stärker beanspruchten Fluren oder Kinderzimmern kann eine besser reinigungsfähige Farbe sinnvoll sein. Für Küchen und Bäder werden Produkte angeboten, die für erhöhte Feuchtigkeitsbelastung vorgesehen sind. Kalk- und Silikatfarben benötigen geeignete mineralische Untergründe und dürfen nicht beliebig auf jede Altbeschichtung aufgetragen werden. Entscheidend ist deshalb nicht nur der gewünschte Farbton, sondern auch die Eignung für Raum und Wandaufbau.
Deckkraft spart zusätzliche Anstriche
Auf Farbeimern werden häufig Deckvermögen und Nassabriebbeständigkeit angegeben. Eine hohe Deckkraft kann den Materialverbrauch und die Zahl der benötigten Anstriche reduzieren. Trotzdem bedeutet ein teureres Produkt nicht automatisch, dass ein einziger Anstrich in jedem Fall genügt. Starke Farbwechsel, sehr saugende Untergründe und intensive Farbtöne können einen zweiten Auftrag erfordern. Ein gleichmäßiger erster Anstrich ist dennoch wichtig, weil ein zweiter Durchgang grobe Verarbeitungsfehler nicht immer vollständig ausgleicht.
Die benötigte Farbmenge realistisch berechnen
Vor dem Einkauf werden Länge und Höhe der Wände gemessen. Fenster und Türen können grob abgezogen werden, wobei etwas Reserve sinnvoll bleibt. Der Verbrauch pro Quadratmeter steht auf dem Gebinde, gilt jedoch meist für einen geeigneten und gleichmäßig saugenden Untergrund. Raue Flächen, Raufaser und stark saugender Putz benötigen häufig mehr Farbe. Wird ein zweiter Anstrich erwartet, muss die Menge entsprechend verdoppelt werden. Eine zu knapp berechnete Farbe führt leicht zu Unterbrechungen mitten auf der Wand.
Farbe aus derselben Produktionscharge verwenden
Bei großen Flächen sollten ausreichend Gebinde derselben Farbe und möglichst derselben Charge gekauft werden. Zwischen unterschiedlichen Chargen können geringe Farbabweichungen auftreten, die auf einer zusammenhängenden Wand sichtbar werden. Sind mehrere Eimer notwendig, kann die Farbe vor Arbeitsbeginn in einem größeren sauberen Behälter miteinander vermischt werden. Dieses Zusammenführen wird auch als Boxen bezeichnet. Es sorgt dafür, dass eventuelle kleine Unterschiede gleichmäßig verteilt werden.
Intensiv getönte Farben sorgfältig aufrühren
Farbpigmente können sich während der Lagerung absetzen. Vor dem Streichen wird der gesamte Inhalt deshalb gründlich aufgerührt. Ein sauberes Rührholz reicht bei kleinen Eimern häufig aus, während größere Mengen mit einem geeigneten Rührquirl bei niedriger Drehzahl gemischt werden können. Dabei darf nicht unnötig viel Luft eingeschlagen werden. Auch während längerer Arbeiten sollte die Farbe gelegentlich erneut aufgerührt werden, besonders bei kräftigen oder stark pigmentierten Farbtönen.
Farbe nur nach Herstellerangabe verdünnen
Zu dicke Farbe lässt sich manchmal schwer verteilen, eine zu stark verdünnte Farbe deckt dagegen schlechter und kann laufen. Wasser wird deshalb nur zugesetzt, wenn dies laut Produktangabe vorgesehen ist. Die erlaubte Menge muss genau eingehalten werden. Nach Gefühl größere Mengen Wasser einzurühren, verändert die Eigenschaften der Farbe und kann zu fleckigen Wänden führen. Für den ersten und zweiten Anstrich können unterschiedliche Vorgaben gelten.
Die passende Farbrolle auswählen
Die Länge des Rollenflors richtet sich nach der Struktur der Wand. Für sehr glatte Flächen eignen sich kurzflorige Rollen, während Raufaser und grober Putz einen längeren Flor benötigen. Ist der Flor zu kurz, erreicht die Farbe Vertiefungen nicht gleichmäßig. Ein übermäßig langer Flor kann auf glatten Wänden dagegen eine sehr ausgeprägte Struktur und starke Spritzer erzeugen. Hochwertige Rollen nehmen Farbe gleichmäßig auf und geben sie kontrollierter wieder ab als sehr günstige Werkzeuge mit unregelmäßigem Flor.
Neue Rollen vor der ersten Verwendung vorbereiten
Eine neue Farbrolle kann lose Fasern enthalten. Diese sollten nicht während des Streichens in der Wandfarbe landen. Die Rolle lässt sich vorab mit der Hand abstreifen oder vorsichtig mit geeignetem Klebeband abrollen. Je nach Hersteller kann sie außerdem leicht angefeuchtet und anschließend gründlich ausgeschleudert werden. Sie darf beim Eintauchen in die Farbe jedoch nicht nass sein. Die Vorbereitung richtet sich nach Rollenmaterial und verwendeter Farbe.
Eine große Rolle für die Fläche verwenden
Für normale Zimmerwände ist eine breite Farbrolle effizienter als eine kleine Universalrolle. Sie verteilt die Farbe schneller und reduziert die Zahl der Übergänge. Eine kleinere Rolle wird für schmale Bereiche, Heizkörpernischen und Flächen über Türen verwendet. Für Ecken und Kanten kommen Pinsel oder spezielle Eckenroller zum Einsatz. Die Werkzeuge sollten ein ähnliches Oberflächenbild erzeugen, damit sich Randbereiche später nicht deutlich von der gerollten Fläche unterscheiden.
Teleskopstange ermöglicht gleichmäßigere Bewegungen
Mit einer Teleskopstange lässt sich eine Wand vom Boden aus in langen, ruhigen Bahnen streichen. Dadurch entfällt häufiges Auf- und Absteigen von der Leiter. Die Rolle kann mit weniger Druck geführt werden, und obere sowie untere Flächen lassen sich besser miteinander verbinden. Die Stange muss fest mit dem Rollenbügel verbunden sein und zur Körpergröße passen. Eine zu lange oder instabile Verlängerung erschwert die Kontrolle.
Farbgitter oder Farbwanne richtig einsetzen
Die Rolle wird nicht vollständig in den Farbeimer getaucht. Sie wird mit Farbe benetzt und anschließend über ein Abstreifgitter oder die geriffelte Fläche einer Farbwanne gerollt. Dabei verteilt sich die Farbe gleichmäßig im Flor. Die Rolle soll gut gefüllt sein, aber nicht tropfen. Wird sie fast trocken auf die Wand gesetzt, entstehen ungleichmäßige Bereiche und sichtbare Rollspuren. Zu viel Farbe verursacht dagegen Läufer und eine unruhige Struktur.
Den Raum sorgfältig abdecken
Vor dem Streichen werden Möbel aus dem Raum entfernt oder in der Mitte zusammengestellt und vollständig abgedeckt. Der Boden erhält eine rutschfeste Abdeckung. Dünne Folie allein kann auf glatten Böden schnell verrutschen. Malervlies nimmt Farbtropfen auf und bietet meist einen besseren Stand. Sockelleisten, Fensterrahmen, Türzargen und andere angrenzende Bauteile werden geschützt. Je sorgfältiger die Vorbereitung ausfällt, desto zügiger kann später ohne ständige Unterbrechungen gearbeitet werden.
Steckdosen und Schalter sicher vorbereiten
Vor Arbeiten an Steckdosen und Schaltern wird der betreffende Stromkreis abgeschaltet und gegen unbeabsichtigtes Wiedereinschalten gesichert. Anschließend wird die Spannungsfreiheit fachgerecht geprüft. Abdeckrahmen können dann je nach Bauart entfernt und die Einsätze sorgfältig geschützt werden. Wer mit elektrischen Installationen nicht vertraut ist, sollte die Abdeckungen sauber abkleben oder die Vorbereitung einer Elektrofachkraft überlassen. Farbe darf nicht in elektrische Bauteile gelangen.
Malerkrepp passend zum Untergrund auswählen
Nicht jedes Klebeband eignet sich für jede Oberfläche. Empfindliche Tapeten, frisch gestrichene Flächen und lackierte Holzrahmen benötigen ein Band mit angepasster Klebekraft. Das Krepp wird gerade aufgeklebt und an der Kante sorgfältig angedrückt. Bleiben kleine Lücken, kann Farbe darunterlaufen. Das Band sollte nicht länger als vom Hersteller empfohlen auf der Oberfläche bleiben, da es sonst Rückstände hinterlassen oder beim Entfernen Beschichtungen ablösen kann.
Scharfe Farbkanten richtig vorbereiten
Bei einem Farbwechsel oder einer farbigen Akzentwand soll die Kante besonders sauber werden. Nach dem Aufkleben des Bandes kann die Kante zunächst dünn mit der vorhandenen Grundfarbe überstrichen werden. Diese Farbe verschließt kleine Zwischenräume unter dem Krepp. Nach kurzer Trocknung folgt der neue Farbton. Diese Methode funktioniert jedoch nur, wenn der vorhandene Untergrund tragfähig ist und die Trocknungszeiten eingehalten werden. Das Klebeband wird entfernt, solange die letzte Farbschicht noch nicht vollständig ausgehärtet ist.
Zuerst die Decke und dann die Wände streichen
Soll auch die Decke einen neuen Anstrich erhalten, wird sie vor den Wänden gestrichen. Spritzer und kleine Farbnasen können danach beim Wandstreichen überarbeitet werden. Innerhalb der Wand beginnt man üblicherweise an der Fensterseite und arbeitet vom Licht weg. So lassen sich Ansätze während der Arbeit leichter erkennen. Bei kräftigen Farben und verwinkelten Räumen kann ein vorher festgelegter Arbeitsweg verhindern, dass man sich selbst in bereits bearbeitete Flächen hineinbewegt.
Ecken und Kanten zuerst beschneiden
Die Bereiche, die mit der großen Rolle nicht erreichbar sind, werden mit einem Pinsel oder einer kleinen Rolle vorgestrichen. Dazu zählen Deckenanschlüsse, Innenecken, Sockelbereiche sowie Flächen um Fenster und Türen. Dieser Arbeitsschritt wird als Beschneiden bezeichnet. Die Randbereiche dürfen jedoch nicht vollständig trocknen, bevor die große Wandfläche folgt. Sonst bleibt eine sichtbare Umrandung zurück. Idealerweise arbeitet eine Person an den Kanten, während eine zweite unmittelbar danach rollt.
Randbereiche nicht zu breit vorstreichen
Ein schmaler, sauberer Rand genügt. Wird rund um die gesamte Wand eine sehr breite Fläche mit dem Pinsel gestrichen, entsteht dort eine andere Oberflächenstruktur als auf der gerollten Mitte. Außerdem trocknet der Rand früher. Die große Rolle sollte möglichst nah an die Kante geführt werden, ohne Decke, Rahmen oder Nachbarwand zu berühren. Eine kleine Rolle erzeugt häufig einen Übergang, der dem Bild der großen Rolle ähnlicher ist als ein breiter Pinselstrich.
Nass in nass arbeiten
Die wichtigste Regel gegen sichtbare Ansätze lautet, benachbarte Bereiche miteinander zu verbinden, solange die Farbe noch feucht ist. Eine Wand wird deshalb ohne lange Unterbrechung von einer Seite zur anderen gestrichen. Telefonate, Werkzeugwechsel und ausführliche Pausen sollten nicht mitten auf einer zusammenhängenden Fläche stattfinden. Muss die Arbeit unterbrochen werden, geschieht dies möglichst an einer natürlichen Begrenzung wie einer Ecke, Tür oder Fensterkante.
Die Wand in überschaubare Abschnitte einteilen
Eine praktische Arbeitsbreite entspricht ungefähr zwei bis drei Rollenbreiten. In diesem Bereich wird zunächst ausreichend Farbe verteilt und anschließend gleichmäßig verschlichtet. Danach folgt der nächste Abschnitt, der leicht in die noch feuchte Kante hineinreicht. Zu große Abschnitte trocknen an einer Seite bereits an, bevor die andere fertiggestellt ist. Zu kleine Felder erzeugen dagegen unnötig viele Übergänge.
Farbe zunächst großzügig verteilen
Die gut gefüllte Rolle wird ungefähr in der Mitte des Abschnitts angesetzt. Von dort aus wird die Farbe nach oben und unten verteilt, ohne sofort jeden Zentimeter perfekt bearbeiten zu wollen. Manche Heimwerker rollen zunächst eine lockere W- oder M-Form und verteilen die Farbe anschließend. Entscheidend ist nicht die genaue Form, sondern dass genügend Material auf der Wand landet und zügig über die Fläche verteilt wird. Eine fast trockene Rolle darf nicht über große Bereiche gezogen werden.
Anschließend in eine Richtung verschlichten
Nach der Verteilung wird der Abschnitt mit langen, leichten Rollenbewegungen geglättet. Häufig geschieht dies von oben nach unten. Die Rolle wird dabei nicht stark aufgedrückt und möglichst nicht erneut mit Farbe beladen. Dieses abschließende Rollen vereinheitlicht die Oberflächenstruktur. Alle Abschnitte sollten in derselben Richtung beendet werden. Gerade bei seitlichem Lichteinfall kann eine uneinheitliche Rollrichtung später sichtbar werden.
Die Rolle nicht leer ausquetschen
Sobald die Rolle kaum noch Farbe abgibt und hörbar über die Wand läuft, muss sie neu beladen werden. Viele Streifen entstehen, weil versucht wird, mit einer fast trockenen Rolle noch möglichst viel Fläche zu schaffen. Dabei wird vorhandene Farbe teilweise wieder aufgenommen oder ungleichmäßig verteilt. Die Wand erhält dann dünne und dicke Bereiche. Ein gleichmäßiger Materialauftrag ist wichtiger als ein besonders niedriger Farbverbrauch.
Nicht mit starkem Druck arbeiten
Hoher Druck presst die Farbe seitlich aus der Rolle und erzeugt ausgeprägte Randspuren. Außerdem wird das Rollen anstrengender und die Oberfläche ungleichmäßig. Eine gut gefüllte Rolle soll ihr eigenes Gewicht nutzen. Muss stark gedrückt werden, enthält sie meist zu wenig Farbe oder das Material ist für den Untergrund ungeeignet. An schwer erreichbaren Stellen hilft eine passende Verlängerung besser als zusätzlicher Kraftaufwand.
Rollenkanten regelmäßig kontrollieren
An den seitlichen Kanten der Rolle kann sich überschüssige Farbe sammeln. Dadurch entstehen schmale, deutlich sichtbare Linien. Solche Kanten werden sofort mit der noch feuchten Rolle verteilt. Die Rolle wird leicht versetzt geführt, sodass die vorige Bahn teilweise überlappt wird. Ist die Farblinie bereits angetrocknet, sollte sie nicht mit vielen schnellen Bewegungen bearbeitet werden. Dadurch kann die Oberfläche noch unruhiger werden.
Von oben nach unten durchgehend arbeiten
Eine Wand wird möglichst über ihre gesamte Höhe bearbeitet. Nur den oberen Bereich vollständig zu streichen und später unten weiterzumachen, erzeugt eine horizontale Trocknungskante. Besser sind senkrechte Arbeitsabschnitte, die von der Decke bis zum Boden reichen. Mit einer Teleskopstange gelingt dies ohne ständigen Werkzeugwechsel. Unterhalb von Fenstern oder oberhalb von Türen entstehen dennoch kleine Teilflächen, die unmittelbar mit den angrenzenden Bereichen verbunden werden.
Ecken nicht mit Farbe überladen
In Innenecken sammelt sich schnell zu viel Farbe. Sie kann herunterlaufen oder nach dem Trocknen eine dicke Kante bilden. Der Pinsel wird deshalb nur mäßig beladen und die Farbe von der Ecke aus in die Fläche verteilt. Anschließend wird mit der kleinen oder großen Rolle möglichst nah herangerollt. Läufer werden sofort aufgenommen, solange sie noch feucht sind. Eingetrocknete Farbnasen müssen später geschliffen werden.
Gleichmäßiges Tempo ist wichtiger als Schnelligkeit
Zu langsames Arbeiten führt dazu, dass einzelne Bereiche bereits antrocknen. Hektisches Rollen verursacht dagegen Spritzer, ungleichmäßige Bahnen und ausgelassene Stellen. Sinnvoll ist ein ruhiges, gleichmäßiges Tempo. Alle Materialien sollten vorbereitet sein, bevor die Farbe geöffnet wird. Bei einer sehr großen Wand oder hohen Raumtemperaturen erleichtert eine zweite Person das Arbeiten. Eine übernimmt das Beschneiden, die andere folgt mit der Rolle.
Zugluft während des Streichens vermeiden
Stark geöffnete Fenster, laufende Ventilatoren oder direkte Heizluft lassen die Farbe schneller und ungleichmäßig trocknen. Dadurch verkürzt sich die Zeit, in der Übergänge sauber verbunden werden können. Der Raum sollte ausreichend belüftet, aber nicht stark durchlüftet werden. Nach Abschluss der Wand kann vorsichtig gelüftet werden. Die Vorgaben des Farbherstellers zu Verarbeitungstemperatur und Lüftung bleiben maßgeblich.
Nicht bei zu hoher Raumtemperatur streichen
Sehr warme Wände und trockene Heizungsluft beschleunigen das Antrocknen. Besonders im Sommer oder in stark beheizten Räumen kann eine große Wand dadurch schwerer streifenfrei gelingen. Direkte Sonneneinstrahlung wird möglichst durch Vorhänge oder Rollläden reduziert, ohne den Raum vollständig abzudunkeln. Bei niedrigen Temperaturen trocknet Farbe dagegen sehr langsam. Der auf dem Gebinde angegebene Temperaturbereich sollte eingehalten werden.
Dunkle Farbtöne verzeihen weniger Fehler
Dunkelblau, Anthrazit, Grün und andere intensive Töne zeigen Rollansätze oft deutlicher als helle Farben. Das liegt unter anderem daran, dass Unterschiede in Schichtdicke und Oberflächenstruktur stärker auffallen. Für solche Farben sind ein sehr gleichmäßiger Untergrund, hochwertiges Werkzeug und ein konsequentes Nass-in-nass-Arbeiten besonders wichtig. Häufig sind zwei deckende Anstriche erforderlich. Eine passend getönte Grundierung kann bei einem starken Farbwechsel hilfreich sein.
Matte und glänzende Farben wirken unterschiedlich
Matte Wandfarben kaschieren kleine Unebenheiten meist besser als seidenglänzende oder glänzende Produkte. Glänzende Oberflächen reflektieren das Licht stärker und zeigen dadurch Rollspuren, Wellen und Spachtelstellen deutlicher. In stark beanspruchten Räumen kann eine reinigungsfähigere Oberfläche dennoch sinnvoll sein. Dann muss die Wand besonders sorgfältig vorbereitet werden. Ein höherer Glanzgrad ist kein Ersatz für eine gleichmäßige Verarbeitung.
Raufaser benötigt ausreichend Farbe
Die erhabene Struktur von Raufasertapeten vergrößert die zu beschichtende Oberfläche. Eine Rolle mit zu kurzem Flor erreicht die Vertiefungen nicht zuverlässig. Wird zu wenig Farbe eingesetzt, bleiben kleine helle Punkte zurück und die Wand wirkt fleckig. Die Rolle sollte den Untergrund vollständig benetzen, ohne die Tapete zu durchnässen. Bei älterer Raufaser wird vorab geprüft, ob sie noch überall fest mit der Wand verbunden ist.
Glatte Wände zeigen jede Unregelmäßigkeit
Auf gespachtelten oder geschliffenen glatten Wänden sind Werkzeugspuren besonders sichtbar. Eine passende kurzflorige Rolle erzeugt eine feinere Struktur, verlangt aber einen sehr gleichmäßigen Untergrund. Schleifkratzer, Poren und Ansätze sollten vor dem Streichen beseitigt werden. Bei hohen Ansprüchen kann eine vollflächige Grundierung oder ein geeigneter Voranstrich notwendig sein. Seitliches Licht zeigt Fehler bereits während der Vorbereitung.
Frisch verputzte Wände ausreichend trocknen lassen
Neuer Putz darf nicht gestrichen werden, solange er noch zu feucht ist. Die notwendige Trocknungszeit hängt von Putzart, Schichtdicke und Raumklima ab. Eine pauschale Zahl ist daher wenig hilfreich. Herstellerangaben und die Hinweise des ausführenden Betriebs sollten beachtet werden. Wird zu früh gestrichen, können Haftungsprobleme, Flecken und spätere Abplatzungen entstehen. Außerdem benötigt mineralischer Putz häufig eine passende Grundierung.
Gipskartonflächen vollständig vorbereiten
Bei Gipskartonwänden treffen Kartonoberfläche und gespachtelte Fugen aufeinander. Beide Bereiche saugen Farbe unterschiedlich stark auf. Ohne geeignete Grundierung können sich Fugen und Schraubstellen später abzeichnen. Die Spachtelstellen müssen glatt geschliffen und vollständig entstaubt werden. Je nach gewünschter Oberflächenqualität reicht ein bloßes Verspachteln der Fugen nicht aus. Für besonders glatte Wände kann eine vollflächige Feinspachtelung erforderlich sein.
Farbübergänge an Ecken planen
Treffen zwei unterschiedliche Farben in einer Innenecke zusammen, wird zuerst die hellere oder weniger empfindliche Fläche gestrichen. Nach vollständiger Trocknung wird die Kante abgeklebt und die zweite Farbe aufgetragen. Die Ecke muss gerade und frei von dicken Farbnasen sein. Bei unebenen Altbauwänden kann eine optisch gerade Linie besser aussehen als das genaue Folgen einer welligen Ecke. Dafür wird die Kante mit Wasserwaage oder Laser markiert.
Das Klebeband rechtzeitig abziehen
Malerkrepp wird üblicherweise entfernt, solange die Farbe noch leicht feucht ist. Das Band wird langsam in einem flachen Winkel von der gestrichenen Kante weggezogen. Ist die Farbe bereits vollständig hart, kann sie beim Abziehen einreißen. Bei mehreren Anstrichen oder speziellen Bändern können andere Empfehlungen gelten. Im Zweifel wird die Anleitung des Klebebandherstellers beachtet. Kleine Farbnasen an der Kante lassen sich im frischen Zustand vorsichtig korrigieren.
Kleine Läufer sofort ausrollen
Läuft Farbe an einer Stelle herunter, wird sie mit einer nahezu unbeladenen Rolle oder einem Pinsel vorsichtig aufgenommen und verteilt. Dabei sollte die umliegende Fläche noch feucht sein. Eingetrocknete Läufer dürfen nicht einfach überstrichen werden, da ihre Erhebung sichtbar bleibt. Nach dem Trocknen werden sie vorsichtig abgeschliffen, entstaubt und erneut beschichtet. Zu viel Farbe an Ecken, unter Fensterbänken und um Steckdosen ist die häufigste Ursache.
Fehlstellen während der Arbeit erkennen
Eine tragbare Arbeitsleuchte oder seitlich einfallendes Tageslicht hilft dabei, ausgelassene Stellen und ungleichmäßige Bahnen zu sehen. Die Kontrolle erfolgt jedoch immer innerhalb des noch feuchten Arbeitsbereichs. Ständiges Zurückgehen zu bereits antrocknenden Stellen ist problematisch. Besser ist es, jeden Abschnitt kurz zu prüfen, bevor der nächste begonnen wird. Bei sehr dunklen oder glänzenden Farben kann zusätzlich ein Blick aus verschiedenen Winkeln helfen.
Während des Trocknens nicht nachbessern
Eine Stelle, die nach zwanzig Minuten heller wirkt, ist möglicherweise einfach weiter getrocknet als ihre Umgebung. Wird sie jetzt erneut überrollt, entsteht eine zusätzliche Schicht mit anderer Struktur. Solche Reparaturen bleiben häufig sichtbar. Die gesamte Wand sollte erst vollständig trocknen. Danach kann beurteilt werden, ob tatsächlich Deckungsprobleme vorliegen und ein zweiter vollständiger Anstrich erforderlich ist.
Ein zweiter Anstrich wird vollständig ausgeführt
Reicht die Deckkraft nicht aus, wird nicht nur an einzelnen helleren Bereichen nachgebessert. Die gesamte Wand erhält einen zweiten gleichmäßigen Anstrich. Punktuelle Reparaturen können unterschiedliche Schichtstärken und Glanzgrade erzeugen. Der zweite Auftrag erfolgt erst nach Ablauf der angegebenen Trocknungszeit. Auch dabei gelten dieselben Regeln: ausreichend Farbe, überschaubare Abschnitte, Nass-in-nass-Arbeiten und einheitliches Verschlichten.
Zwischen den Anstrichen Werkzeuge richtig lagern
Bei einer kurzen Unterbrechung können Rolle und Pinsel luftdicht in Folie oder einem geeigneten Behälter verpackt werden. So trocknet die Farbe nicht an. Für längere Pausen werden die Werkzeuge entsprechend der verwendeten Farbe gereinigt. Eingetrocknete Fasern und Farbreste beeinträchtigen den nächsten Auftrag. Die Rolle wird nicht über Nacht offen im Farbeimer liegen gelassen. Auch das Abstreifgitter sollte abgedeckt oder gereinigt werden.
Farbreste für spätere Reparaturen aufbewahren
Ein kleiner Rest der verwendeten Wandfarbe ist nützlich, wenn später Bohrlöcher geschlossen oder Kratzer ausgebessert werden müssen. Die Farbe wird in einem sauberen, dicht schließenden Behälter gelagert und eindeutig beschriftet. Raum, Farbton, Hersteller und Verarbeitungsdatum helfen bei der Zuordnung. Trotzdem kann eine spätere Ausbesserung sichtbar bleiben, weil die Wandfarbe durch Licht und Alterung verändert wird. Auf großen, stark beleuchteten Flächen ist daher manchmal ein vollständiger Neuanstrich nötig.
Farbe nicht in den Abfluss schütten
Flüssige Farbreste und verunreinigtes Reinigungswasser gehören nicht unkontrolliert in Waschbecken, Toilette oder Bodenablauf. Die Entsorgung richtet sich nach Produktart und örtlichen Vorgaben. Vollständig eingetrocknete Reste wasserbasierter Wandfarbe können je nach Gemeinde anders behandelt werden als flüssige Farbe. Gebinde und Werkzeuge werden deshalb so gereinigt und entsorgt, wie es Hersteller und lokale Abfallberatung vorsehen.
Nach dem Trocknen bei Tageslicht kontrollieren
Das Ergebnis wird am besten bei normalem Tageslicht und aus verschiedenen Blickrichtungen beurteilt. Künstliches Baustellenlicht kann kleine Unterschiede überbetonen oder verbergen. Besonders seitliches Licht macht Rollansätze und Spachtelstellen sichtbar. Eine gleichmäßig matte Wand muss nicht aus jedem extremen Winkel vollkommen identisch aussehen. Deutliche Streifen, glänzende Bahnen oder durchscheinende Untergründe weisen jedoch auf einen notwendigen zweiten Anstrich oder einen Fehler in der Vorbereitung hin.
Einzelne Streifen nachträglich beseitigen
Sind nach vollständiger Trocknung einzelne Rollkanten sichtbar, lassen sie sich manchmal durch einen weiteren vollflächigen Anstrich ausgleichen. Vorher werden erhabene Farbränder sehr vorsichtig geschliffen und anschließend entstaubt. Nur die betroffene Linie zu überrollen führt häufig zu einem neuen sichtbaren Übergang. Bei stark glänzenden oder dunklen Farben kann es erforderlich sein, die gesamte Wand von Ecke zu Ecke neu zu streichen.
Fleckige Spachtelstellen richtig korrigieren
Zeichnen sich ausgebesserte Stellen trotz deckender Farbe ab, liegt häufig ein Unterschied in Saugfähigkeit oder Oberflächenstruktur vor. Die Wand wird nicht sofort mit immer mehr Farbe überrollt. Zunächst wird geprüft, ob die Stelle glatter, rauer oder glänzender als die Umgebung ist. Je nach Ursache helfen ein vorsichtiger Schliff, eine geeignete Grundierung und anschließend ein vollständiger Neuanstrich der Wand. Punktuelle Farbaufträge bleiben bei seitlichem Licht meist sichtbar.
Glänzende Stellen können vom Nachrollen stammen
Wird bereits antrocknende Farbe nochmals stark bearbeitet, kann die Oberfläche verdichtet oder poliert werden. Diese Stelle reflektiert später mehr Licht und erscheint glänzend. Ein weiterer lokaler Auftrag löst das Problem nicht zuverlässig. Nach vollständiger Trocknung wird die betroffene Fläche leicht angeschliffen, entstaubt und die Wand gleichmäßig neu beschichtet. Beim nächsten Anstrich sollte auf spätes Nachrollen verzichtet werden.
Sichtbare Pinselränder vermeiden
Sind die vorgestrichenen Kanten deutlich dunkler oder strukturierter als die Fläche, wurde häufig zu breit beschchnitten oder der Rand war bereits trocken. Bei einem weiteren Anstrich wird nur ein schmaler Bereich vorgestrichen und sofort mit der Rolle verbunden. Eine kleine Farbrolle kann den Pinselanteil reduzieren. Bereits vorhandene starke Pinselstrukturen müssen vor dem Neuanstrich eventuell leicht geglättet werden.
Alte Wandfarbe kann den Farbton beeinflussen
Bei einem Wechsel von Dunkel zu Hell kann der Untergrund trotz guter Farbe durchscheinen. Umgekehrt wirken intensive neue Farben auf unterschiedlich hellen Flächen möglicherweise ungleichmäßig. Ein deckender Voranstrich oder eine passend getönte Grundierung schafft eine gleichmäßigere Ausgangsbasis. Besonders bei Rot-, Gelb- und manchen Grüntönen sind mehrere Schichten nicht ungewöhnlich. Die Empfehlung des Farbherstellers hilft bei der Wahl des geeigneten Untergrundtons.
Nicht jede Wand braucht perfekte Laborbedingungen
Kleine Unterschiede sind auf handwerklich gestrichenen Flächen normal und fallen im eingerichteten Raum meist weniger auf als bei einer leeren Wand unter Baustellenlicht. Möbel, Bilder und gewöhnliche Beleuchtung verändern die Wahrnehmung deutlich. Trotzdem sollte eine Wand bei normalem Tageslicht ein ruhiges, gleichmäßiges Bild ergeben. Sichtbare Bahnen, scharf abgegrenzte Ansätze und großflächige Flecken sind kein unvermeidbares Ergebnis und lassen sich meist auf konkrete Ursachen zurückführen.
Eine gute Vorbereitung spart den zweiten Anlauf
Der eigentliche Farbauftrag nimmt oft weniger Zeit in Anspruch als Abkleben, Spachteln, Schleifen und Grundieren. Gerade diese Vorarbeiten entscheiden jedoch darüber, ob die Wand später gleichmäßig wirkt. Ein sauberer, tragfähiger und einheitlich saugender Untergrund benötigt weniger Nacharbeit. Wer sofort mit dem Rollen beginnt, obwohl Spachtelstellen, Staub und lose Farbe vorhanden sind, spart daher selten wirklich Zeit.
Das richtige Werkzeug macht einen sichtbaren Unterschied
Eine hochwertige, zum Untergrund passende Rolle verteilt Farbe gleichmäßiger und verliert weniger Fasern. Ein stabiler Bügel, ein gutes Abstreifgitter und eine passende Teleskopstange erleichtern ruhige Bewegungen. Auch Malerkrepp und Abdeckmaterial sollten nicht nur nach dem niedrigsten Preis gewählt werden. Gutes Werkzeug kann gereinigt und mehrfach verwendet werden. Vor allem reduziert es das Risiko, dass ein ganzer Raum wegen vermeidbarer Streifen erneut gestrichen werden muss.
Eine streifenfreie Wand entsteht im feuchten Zustand
Das gleichmäßige Ergebnis wird bereits während der Verarbeitung geschaffen. Genügend Farbe auf der Rolle, ein ruhiges Arbeitstempo und das Verbinden feuchter Abschnitte verhindern die meisten Ansätze. Nachträgliches Korrigieren während der Trocknung verschlechtert das Ergebnis dagegen häufig. Deshalb wird jeder Wandabschnitt vollständig bearbeitet, kurz kontrolliert und anschließend in Ruhe gelassen.
Mit System gelingt auch eine große Wand
Eine Wand ohne Streifen zu streichen erfordert keine besondere Spezialtechnik. Der Untergrund wird geprüft, ausgebessert und bei Bedarf grundiert. Danach werden Kanten schmal vorgestrichen und die Fläche in senkrechten Abschnitten bearbeitet. Die gut gefüllte Rolle verteilt ausreichend Farbe, bevor die Oberfläche mit leichten Bewegungen in eine Richtung verschlichtet wird. Wer ohne lange Unterbrechung nass in nass arbeitet und die Wand erst nach vollständiger Trocknung beurteilt, erhält einen gleichmäßigen Anstrich, der auch bei Tageslicht ruhig und sauber wirkt.
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