Dübel hält nicht: So wird die Befestigung wieder sicher

Dübel hält nicht: So wird die Befestigung wieder sicher uf baumarktblog24.de

Eigentlich sollte nur ein Regal, ein Spiegel oder eine Garderobe an die Wand. Das Loch ist gebohrt, der Dübel steckt darin und die Schraube lässt sich eindrehen. Trotzdem fühlt sich die Befestigung nicht richtig an. Der Dübel dreht sich mit, rutscht immer weiter in die Wand oder kommt beim leichtesten Zug wieder heraus. Spätestens jetzt sollte man nicht versuchen, die Schraube mit noch mehr Kraft festzuziehen. Meist wird das Bohrloch dadurch nur größer und die Befestigung noch unsicherer. Stattdessen gilt es herauszufinden, warum der Dübel nicht hält und welche Reparatur zur jeweiligen Wand passt.

Die Belastung zuerst von der Wand nehmen

Hat sich eine bereits montierte Befestigung gelockert, sollte der daran hängende Gegenstand möglichst sofort abgenommen werden. Das gilt besonders für Regale, Küchenschränke, Fernseher, Spiegel und andere schwere oder zerbrechliche Gegenstände. Ein lockerer Dübel kann anfangs noch recht stabil wirken und trotzdem plötzlich vollständig ausbrechen. Bei einem Regal reicht es nicht, nur die sichtbaren Gegenstände herunterzunehmen. Auch das Eigengewicht des Möbelstücks belastet die Befestigung. Erst wenn keine Last mehr an der Schraube hängt, lässt sich das Problem gefahrlos untersuchen.

Warum ein Dübel locker werden kann

Für einen lockeren Dübel kommen mehrere Ursachen infrage. Häufig wurde ein zu großer Bohrer verwendet oder das Bohrloch beim Bohren seitlich ausgeweitet. Auch ein zu kleiner Dübel, eine unpassende Schraube, lockerer Putz oder bröseliges Mauerwerk können den Halt beeinträchtigen. Manchmal wurde außerdem nur das Gewicht des leeren Regals berücksichtigt, obwohl später Bücher, Geschirr oder Werkzeug darin gelagert werden. Hersteller weisen deshalb darauf hin, dass Wandmaterial, Bohrlochgröße, Dübel, Schraube und tatsächliche Belastung immer zusammenpassen müssen.

Der Wandtyp entscheidet über den richtigen Dübel

Nicht jeder Dübel ist für jede Wand geeignet. Ein klassischer Spreizdübel kann in massivem Beton oder Vollziegel sehr gut funktionieren, während er in einer dünnen Gipskartonplatte kaum Halt findet. Für Gipskarton werden spezielle Hohlraum- oder Plattendübel benötigt. In Lochziegeln muss sich der Dübel verknoten oder in mehreren Bereichen verspreizen können. Porenbeton ist dagegen weich und verlangt häufig nach längeren, speziell geformten Dübeln. Wer nicht weiß, woraus die Wand besteht, kann sich am Bohrstaub orientieren: Roter Staub deutet meist auf Ziegel hin, sehr feiner grauer Staub auf Beton und weißer, am Bohrer haftender Staub kann auf Gipskarton hindeuten. Vor einer Probebohrung muss die Stelle mit einem Ortungsgerät auf Stromleitungen, Wasserleitungen und Metall geprüft werden.

Ein zu großes Bohrloch reparieren

Lässt sich der Dübel ohne Widerstand in das Loch schieben oder fällt er von selbst wieder heraus, ist das Bohrloch wahrscheinlich zu groß. Bei einer leichten Befestigung kann ein größerer Dübel die einfachste Lösung sein. Dabei darf jedoch nicht nur der Dübel vergrößert werden. Auch Schraubendurchmesser, Bohrtiefe und die Tragfähigkeit des Wandmaterials müssen weiterhin passen. Ist das Loch stark ausgerissen, kann eine spezielle Reparaturmasse für Bohrlöcher verwendet werden. Sie füllt den entstandenen Hohlraum aus und schafft nach dem Aushärten einen neuen Untergrund für die Schraube oder einen passenden Dübel. Für höhere Lasten sollte ausschließlich ein dafür vorgesehenes und zugelassenes Befestigungssystem eingesetzt werden.

Warum Streichhölzer keine dauerhafte Lösung sind

Ein bekannter Heimwerkertrick besteht darin, Streichhölzer, Zahnstocher oder kleine Holzstücke neben den Dübel zu stecken. Bei einer sehr leichten Dekoration kann das vorübergehend funktionieren, weil der Dübel dadurch im Loch eingeklemmt wird. Eine verlässliche Reparatur ist es jedoch nicht. Holz kann sich zusammendrücken, Feuchtigkeit aufnehmen oder beim Eindrehen der Schraube verschieben. Bei Regalen, Schränken, Handläufen oder anderen sicherheitsrelevanten Befestigungen sollte man auf solche Behelfslösungen verzichten. Eine Reparaturmasse, ein geeignetes Reparaturvlies oder ein neues Bohrloch bieten deutlich besser kontrollierbare Voraussetzungen.

Wenn die Wand rund um das Bohrloch bröselt

Gerade in älteren Gebäuden befindet sich unter der Tapete oder Farbe manchmal eine dicke, wenig tragfähige Putzschicht. Sitzt der Dübel hauptsächlich in diesem Putz, kann er die Last nicht zuverlässig in das eigentliche Mauerwerk übertragen. In diesem Fall wird häufig ein längerer Dübel benötigt, der tief genug im festen Wandmaterial sitzt. Das neue Loch muss entsprechend tiefer gebohrt werden, ohne Leitungen oder Rohre zu gefährden. Bröselt auch das dahinterliegende Mauerwerk, sollte das lockere Material entfernt und das Loch mit einem geeigneten Reparatur- oder Injektionssystem aufgebaut werden. Einfach nur einen immer größeren Dübel einzuschlagen, kann die beschädigte Stelle weiter vergrößern.

Wenn sich der Dübel mit der Schraube dreht

Dreht sich der Dübel beim Schrauben mit, kann er sich nicht richtig im Untergrund verspannen. Die Schraube sollte dann wieder herausgedreht und der Dübel vorsichtig entfernt werden. Anschließend lässt sich prüfen, ob das Loch zu groß, der Dübel beschädigt oder die Schraube ungeeignet ist. Häufig hilft bereits ein Dübel mit einer anderen Funktionsweise. In Lochstein kann ein Universaldübel sinnvoll sein, der sich im Hohlraum verknotet, während in Gipskarton ein Hohlraumdübel benötigt wird. Auch eine zu dicke Schraube kann problematisch sein: Sie lässt sich nur schwer eindrehen, verformt den Dübel unkontrolliert und kann das Bohrloch weiter aufbrechen.

Die Besonderheiten von Gipskartonwänden

Bei einer Gipskartonwand darf die Befestigung nicht wie in einer massiven Betonwand behandelt werden. Ein normaler Kunststoffdübel findet in der dünnen Platte meist nicht genug Material, um sich sicher zu verspreizen. Hohlraumdübel klappen, verknoten oder spreizen sich hinter der Platte und verteilen die Last auf eine größere Fläche. Trotzdem bleibt die Tragfähigkeit durch die Stärke und den Zustand der Platte begrenzt. Schwere Hängeschränke oder große Fernsehgeräte sollten möglichst an der Unterkonstruktion befestigt werden. Wo sich die Ständer befinden, kann mit einem geeigneten Ortungsgerät ermittelt werden.

Das neue Loch richtig bohren

Muss eine neue Befestigungsstelle gewählt werden, sollte sie nicht unmittelbar neben dem ausgebrochenen Loch liegen. In beschädigtem oder rissigem Material kann sich die neue Bohrung mit dem alten Hohlraum verbinden. Vor dem Bohren wird die Wand auf Leitungen kontrolliert und der Bohrdurchmesser anhand der Dübelverpackung gewählt. Die Maschine wird im rechten Winkel angesetzt und während des Bohrens möglichst ruhig gehalten. Seitliche Bewegungen weiten besonders den vorderen Bereich des Lochs aus. Anschließend wird der Bohrstaub abgesaugt oder ausgeblasen. Ein sauberes Bohrloch verbessert den Kontakt zwischen Dübel und Wandmaterial.

Bohrtiefe und Putzschicht berücksichtigen

Das Loch muss tief genug sein, damit der Dübel vollständig aufgenommen wird und die Schraube an seiner Spitze noch etwas Platz hat. Eine vorhandene Putzschicht wird zur erforderlichen Bohrtiefe hinzugerechnet, denn der eigentliche Halt soll im tragfähigen Mauerwerk entstehen. Ein Stück Klebeband am Bohrer kann als einfache Tiefenmarkierung dienen. Ist das Loch zu flach, steht der Dübel hervor. Wird dagegen unnötig tief gebohrt, kann ein randloser Dübel in der Wand verschwinden. Ein Dübel mit Kragen verhindert dies und eignet sich besonders für die Vorsteckmontage.

Dübel und Schraube müssen zusammenpassen

Die Schraube bringt den Dübel dazu, sich zu spreizen, zu verknoten oder hinter der Platte aufzufächern. Ist sie zu kurz, wird dieser Mechanismus nicht vollständig ausgelöst. Ist sie zu dick, kann der Dübel beschädigt oder das Wandmaterial gesprengt werden. Als Orientierung sollte die Schraube länger als der Dübel sein und zusätzlich die Dicke des zu befestigenden Gegenstands überbrücken. Entscheidend sind jedoch immer die Angaben auf der Verpackung des jeweiligen Befestigungssystems. Besonders bei hohen Lasten sollte man Dübel und Schrauben nicht wahllos aus verschiedenen Restbeständen zusammensuchen.

Die Schraube nicht mit Gewalt überdrehen

Mehr Kraft bedeutet beim Dübeln nicht automatisch mehr Halt. Wird die Schraube zu stark angezogen, kann sie im Dübel durchdrehen oder das Wandmaterial rund um das Bohrloch beschädigen. Bei einem Akkuschrauber empfiehlt es sich, zunächst eine niedrige Drehmomentstufe zu wählen und den letzten Teil kontrolliert von Hand oder mit geringer Geschwindigkeit einzudrehen. Die Befestigung soll fest anliegen, ohne dass sich das Bauteil in die Wand zieht oder der Schraubenkopf das Material verformt. Sobald die Schraube ohne spürbaren Widerstand weiterdreht, sollte die Montage abgebrochen und die Ursache geprüft werden.

Bei schweren Lasten keine Experimente machen

Für ein kleines Bild gelten andere Anforderungen als für einen Hängeschrank, eine Markise oder einen Handlauf. Bei schweren und sicherheitsrelevanten Bauteilen reicht es nicht, dass sich die Schraube zunächst fest anfühlt. Befestigungssysteme besitzen festgelegte Tragfähigkeiten, die vom Untergrund, der Einbautiefe, den Abständen und der Belastungsrichtung abhängen. Bei unbekanntem Mauerwerk, einer gedämmten Fassade oder stark beschädigten Wänden ist fachkundige Beratung sinnvoll. Auch chemische Befestigungen müssen passend zum Untergrund ausgewählt und exakt nach Montageanleitung verarbeitet werden.

Nach der Reparatur vorsichtig kontrollieren

Eine reparierte Befestigung sollte zunächst ohne volle Belastung geprüft werden. Die Schraube darf sich nicht bewegen, und zwischen dem befestigten Gegenstand und der Wand darf kein neuer Spalt entstehen. Regale werden anschließend schrittweise eingeräumt, statt sofort mit dem maximalen Gewicht belastet zu werden. Zeigen sich Knirschgeräusche, feiner Staub, Risse oder eine erneute Bewegung, muss die Last sofort wieder entfernt werden. Ein scheinbar kleiner lockerer Dübel ist oft ein Hinweis darauf, dass die gewählte Befestigung nicht zum Untergrund passt.

Mit der richtigen Ursache zur sicheren Lösung

Ein lockerer Dübel lässt sich in vielen Fällen gut reparieren. Entscheidend ist, nicht einfach eine dickere Schraube in das vorhandene Loch zu zwingen. Zuerst wird der Wandtyp bestimmt, danach werden Zustand und Größe des Bohrlochs geprüft. Je nach Ergebnis kann ein größerer oder anders arbeitender Dübel, eine Reparaturmasse oder eine neue Befestigungsstelle die richtige Lösung sein. Wer sauber bohrt, den Bohrstaub entfernt und Dübel, Schraube sowie Belastung aufeinander abstimmt, erspart sich nicht nur eine zweite Reparatur. Er sorgt vor allem dafür, dass Regal, Spiegel oder Möbelstück dauerhaft und sicher an seinem Platz bleiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert